Mit Heißluft und Fango gegen Muskelverspannungen

Sie leiden unter starken muskulären Verspannungen? Diese sind oft schmerzhaft und wollen gelockert werden. Zwei exzellente Mittel, um das Gewebe weicher zu machen, sind Fango und Heißluft. Idealerweise erfolgt die Anwendung vor der Krankengymnastik oder einer Massage. Dadurch sind die betroffenen Körperpartien schmerzärmer und entspannter, wenn die Folgebehandlungen starten. So können größere Heilerfolge erzielt werden.

Heißluft und Fango als thermische Vorbehandlungen

Sowohl das Heißluftverfahren als auch die Fango-Therapie zählen zu den thermischen Vorbehandlungen. Bei den beiden Methoden gibt es unterschiedliche Intensitäten.

Der Begriff thermische Anwendungen bezieht sich sowohl auf Kälte als auch auf Wärme. Die hier beschriebenen Methoden setzen darauf, die Temperatur an bestimmten Körperstellen zu erhöhen. Deshalb spricht der Fachmann bei Fango und Heißluft auch von Wärmetherapie.

Verfahren, welche die Körpertemperatur anheben, werden in der Physiotherapie immer dann eingesetzt, wenn keine akuten Entzündungen vorliegen. Die Wärme lindert Schmerzen, gleichzeitig erhöht sich durch die Einwirkung die Durchblutung an den entsprechenden Stellen.

Zusätzlich passieren weitere Dinge. Der Stoffwechsel wird angekurbelt, gleichzeitig wird mehr Sauerstoff transportiert. Der Körper baut Schlacken bzw. Gifte ab. Die Immunabwehr wird gesteigert und das Bindegewebe gelockert.
Die Anwendungen werden deshalb als thermische Vorbehandlungen bezeichnet, weil sie oftmals als einleitende Therapiemaßnahme vor anderen Verfahren genutzt werden.

Das passiert bei der Heißluft-Therapie

Die Heißluft-Behandlung wird mithilfe einer Lampe mit Rotlichtspektrum durchgeführt. Im Gerät befinden sich mehrere Glühbirnen, wodurch der Therapeut die Intensität regulieren kann.

Rotlicht wird deshalb verwendet, weil es über lange elektromagnetische Wellen verfügt. Die darin enthaltenen Teilchen schwingen weniger als bei anderen Lichtformen. Sie erzeugen dadurch geringere Energie. So kann das rote Licht einige Millimeter tief in die Haut des Patienten eindringen. Gleichzeitig richtet es keinen Schaden an, im Gegensatz zu kurzwelligem ultravioletten Licht, das Sonnenbrand verursacht.

Bei der Heißluft-Therapie handelt es sich um eine sogenannte trockene Wärme. Es bleiben keinerlei Rückstände auf der Haut zurück.

Die Rotlicht-Lampen befinden sich rund 40 bis 90 cm vom Körper entfernt. Bei der Behandlung macht es sich der Patient bequem. Die Anwendung kann in verschiedensten Positionen durchgeführt werden. Normalerweise sitzen oder liegen Sie während der 15- bis 20-minütigen Therapie. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Menschen die Heißluftbehandlung als sehr angenehm und entspannend empfinden. Sie kann bei Bedarf täglich angewendet werden.

Die Heißluft-Therapie wird unter anderem durchgeführt:

Auch wenn es sich um eine sehr sanfte Anwendung handelt, darf die Heißluft-Therapie nicht übertrieben werden. Der Therapeut achtet darauf, dass Behandlungsdauer eingehalten wird. Ansonsten besteht auch hier die Gefahr einer Hautschädigung.
Je nachdem, an welcher Körperpartie der Patient behandelt wird, empfiehlt sich das Tragen einer Schutzbrille. So bekommt die Netzhaut keine starke Strahlung ab.

So läuft eine Fango-Behandlung ab

Fango fällt unter die sogenannte Peloidtherapie, bei der Schlämme oder Heilerde eingesetzt werden. Speziell für die Fango-Therapie wird ein Schlamm genutzt, der vulkanischen Ursprungs ist. Es gibt sowohl anorganischen als auch organischen Fango-Schlamm. Die natürliche Form wird in Italien, dem Ursprungsland dieser Therapie, eingesetzt. Dort nutzten bereits die alten Römer die wohltuende Wirkung der Anwendung. Die anorganische Form wird im Rest der Welt gebraucht.

Wir verwenden ebenfalls den anorganischen Schlamm. Zur Produktion wird das entsprechende Vulkangestein zunächst abgebaut, anschließend erhitzt und zu einem feinen Pulver gemahlen. Das Ausgangsmaterial wird häufig mit anderen gesundheitsfördernden Stoffen vermischt. Gerne wird dazu beispielsweise Thermalwasser verwendet.

Bevor der Therapeut den Schlamm auf die bestimmten Körperstellen aufträgt, erhitzt er das Material. Es kann bis zu 50 °C heiß werden. Praktisch ist, dass Fango die Wärme nicht nur sehr lange speichern, sondern auch lange abgeben kann. Keine Sorge, selbst hohe Temperaturen führen bei dieser Therapie nicht zu Schädigungen der Haut. Sie dürfen sich auf eine sanfte Anwendungsform freuen.

Der Schlamm wird dick auf die Haut aufgetragen. Um die Wirkung zu verbessern, setzten wir verschiedene Wärmeträger ein. Anschließend hüllen wir Ihren Körper in Decken. Gut eingepackt, entspannen Sie für rund 30 Minuten.
In Ihrem Körper dringt währenddessen die Wärme tief in das Bindegewebe vor. Die Stoffe, die dem Fango beigemischt sind, entfalten ebenfalls ihre volle Wirkung. Schmerzen werden gestillt, Muskeln und Gewebe gelockert. Blutzirkulation und Stoffwechsel gewinnen an Fahrt, während Sie relaxen.

Fango ist unter anderem eine ausgezeichnete Maßnahme bei:

Kontraindikation für Wärmebehandlungen

So wohltuend Behandlungen mit Heißluft oder Fango auch sind, es gibt Gegenanzeigen, wann sie nicht angewendet werden sollten. Dazu gehören unter anderem folgende Konditionen:

Vor jeder Therapie ist deshalb zu bestimmen, ob bestimmte Maßnahmen für den Patienten geeignet sind oder nicht. Falls Sie unter Vorerkrankungen leiden, sollten diese vor der Anwendung abgeklärt und durchgesprochen werden.

Oftmals erfolgt eine komplette Beratung durch den Arzt, der anschließend die passende Therapie verschreibt. Liegt ein Rezept des Mediziners vor, werden die Kosten für Fango und Heißluftbehandlung regelmäßig von den privaten und gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Dies gilt auch, wenn sie nur vorbereitend zur Massage oder Krankengymnastik verabreicht werden.

Fango- und Heißlufttherapie sind eine Kassenleistung nach § 124 SGB V.

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