Medizinisches Aufbautraining (MAT)

Diese Therapieform stellt ein gezieltes körperliches Training unter ärztlicher oder physiotherapeutischer Aufsicht zur Behandlung von Erkrankungen dar. Hierbei steht die Gesundheit im Fokus, nicht die Höchstleistung des Bewegungsapparates. Das Aufbautraining ist komplex und wird exakt an die Bedürfnisse des Patienten angepasst.

Was ist Medizinisches Aufbautraining?

Die Trainingselemente bestehen aus Kraft- und Ausdauertraining sowie Dehntechniken. Dadurch wird eine Rehabilitation nach Verletzungen, Operationen oder bei körperlichen Beschwerden ermöglicht. Für eine gezielte Therapie wird Rücksprache mit dem Physiotherapeuten gehalten, um genau auf die individuelle Problematik eingehen zu können. Sobald die akute Phase der Erkrankung abgeklungen und eine Belastungssteigerung möglich ist, kann mit dem Muskelaufbau begonnen werden. Diese Art der Physiotherapie wird in Phasen gegliedert, um den Bewegungsapparat nachhaltig wieder zu kräftigen.

Wie funktioniert das Training?

Die Behandlung erfolgt in vier Phasen. Der exakte Plan richtet sich nach der Art der Verletzung, der jeweiligen Operation, dem Heilverfahren und der Kondition bzw. dem Zustand des Patienten. Die erste Phase ist ein Vortraining. Im Mittelpunkt steht die Steigerung der allgemeinen Leistungsfähigkeit. Dieses Stadium dauert circa ein bis drei Wochen mit zwei Einheiten pro Woche.

In der zweiten Phase wird der Schwerpunkt auf die Steigerung der Kraft und Ausdauer der Muskulatur gesetzt, um den Bewegungsapparat zu stützen. Dieser Zeitraum beträgt, bei einer Einheit pro Tag, ein bis fünf Wochen. Danach folgt die dritte Phase. Sie beinhaltet die Zusammenführung von Teilbewegungen zu Gesamtbewegungen. In dieser Methode werden zum Beispiel das Gehen oder das Laufen geübt. Der zeitliche Aufwand beträgt hier zwei bis sechs Wochen bei einer Einheit pro Tag.

Das nächste Ziel ist, die Kraft- und Schnelligkeitsausdauer sowie die Sprungkraft und Belastbarkeit des Bewegungsapparates zu optimieren. Die Dosierung der vierten Phase beträgt zwei bis sechs Wochen.
Das Aufbautraining ist ein zeitlich aufwendiges Training, in dem der ganze Körper seine volle Kraftausprägung zurückerlangt.

Sie können zusätzlich und zur Prävention verschiedene Dehntechniken einfließen lassen. Dehnübungen sind allgemein eine gute und nachhaltige Unterstützung, Ihren Körper fit zu halten.

Folgende vier Techniken können Sie leicht auch zu Hause durchführen. Doch besprechen Sie unbedingt vorab mit Ihrem Physiotherapeuten, welche Dehnmethode für Sie am effektivsten geeignet ist und wie Sie diese ganz gezielt absolvieren. Denn es werden verschiedene Dehnformen unterschieden:

Welches Ziel hat diese Krankengymnastik?

Im medizinischen Aufbautraining liegen die Gesundheit, die Wiederherstellung eines belastbaren Stütz- und Bewegungsapparates sowie der bestmöglichen Gelenkfunktion im Fokus. Auch hat es das Wiedererlernen von alltags- und sportspezifischer Bewegungsmuster sowie die Prävention erneuter Verletzungen zum Ziel. Da es sich hierbei nicht um kerngesunde und hochleistungsfähige Personen handelt, bedarf es im Aufbau einen individuellen Trainingsplan und eine auf medizinische und wissenschaftliche Grundlagen basierende Methodik, die an den Zielen ausgerichtet ist. Das wichtigste Bestreben dieser Physiotherapie ist, dass der Patient nachhaltig schmerzfrei ist und die körperliche Balance wieder hergestellt wird.

Wer verordnet diese Methode?

Um als Patient an dem medizinischen Aufbautraining teilnehmen zu können, braucht es eine medizinische Verschreibung der Therapie. Die Verordnung zu dieser Physiotherapie wird von dem behandelnden Arzt erstellt. Wenn die individuellen Voraussetzungen vorliegen, besteht normalerweise ein gesetzlicher Anspruch auf MAT. Für Ihre persönliche und individuelle Behandlungsverordnung ist eine Absprache mit dem Arzt und der Krankenkasse empfehlenswert. Alternativ bieten wir die medizinische Therapie auch für Selbstzahler an.

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